Definition Adipositas

Adipositas ist: als eine über das Normalmaß hinausgehenden Vermehrung des Köperfettes. Berechnung für die Klassifikation ist der BMI [Body-Mas-Index]

Krankheit oder Symptom

  • Lt. WHO seit 2000 als chronische Krankheit beschrieben.
  • Im Deutschland nicht als Krankheit definiert.

Klassifikation lt. à BMI Tabelle

Körperfett-Bestimmungsvarianten

Tabelle Fettverteilungsmuster, Gemessen werden sollte ab BMI 25 kg/ m2

  • > 88 cm bei Frauen
  • > 102 cm bei Männer
  • = Abdominale Adipositas

Weitere Möglichkeiten

  • BIA-Messung
  • Unterwasserwägung
  • Ultraschall
  • Kontraströntgen
  • Caliperzange, wird bevorzugt bei Kindern angewendet

Was sind die zu 95%igen Ursachen?

Die Adipogene Umwelt

Zu hohe Energiezufuhr bei zu wenig Energieverbrauch über längere Zeit

  • Bewegungsmangel: in Form von Beruf, Digitalisierung, Mobilität [KFZ], Lebensstiel, mangelnde FZ – Angebote, weniger Schulsport, Folgen von Erkrankungen
  • Ernährung: Fast und Junkfood, Restaurant – All you can eat, Buffett, zu viele Kohlehydrate, Softdrinks, größere Portionen, Essen ist überall verfügbar, billig und minderwertig. Essfrequenz ist beschleunigt [keine Zeit in den Pausen, um zu in Ruhe zu essen], Ablenkung durch Medien.
  • Medikamente: Kortison, Antidepressiva

Nur zu 5 % sind verantwortlich:

  • Genetik/ Erkrankungen: Prada-Willi-Syndrom, Ahlström-Syndrom
  • Stoffwechselstörung: Schilddrüsen Unterfunktion [Hypotheriose], Cushing-Syndrom [Nebennierenrinden prod. zu viele Hormonen Cortisol], Inselzellen Hyperplasie [Hyperinsulinismus], Lipomatose [vermehrte Fetteinlagerung auf Grund von einer Schilddrüsenerkrankung]
  • Soziökologische: Schulbildung, Familie, Job, soziales Umfeld
  • Stress: Psyche, Depressionen, Schlafmangel
  • Geschlechtsspezifische
  • Alter
  • Exogen – Umgebungstemperatur

Manifestationen

  • Nach dem Abstillen
  • Pubertät
  • Schwangerschaft
  • Wechseljahre
  • Infektionskrankheiten
  • Feste Beziehungen
  • Soziale Probleme

Symptome

  • Atemnot
  • Bewegungseinschränkung
  • Gelenkschmerzen
  • Schwitzen
  • Übergewicht
  • Assoziierte Forlgeerkrankungen

Folgeerkrankungen

Diabetes TypII., Infertilität, Koronare Erkrankungen, Gelenke, GIT, Hormonelle Störungen, Tumore, Depressionen, Erhöhtes Risiko nach OP und Narkosen etc.

Ernährungstherapie bei Adipositas

Ab > 30 kg/ m2 und/oder > 25 kg/ m2 zzgl. Hypertonie, DTM2, hoher psychosozialer Leidensdruck, abdominelles Fettverteilungsmuster.

Wichtige Voraussetzungen

  • Motivation
  • Kooperation
  • Eigenverantwortung

Anamnese

  • Motivation
  • Gewichtsanamnese
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Psychosoziale Anamnese
  • Bewegungsaktivität
  • Familienanamnese [liegen schon Erkrankungen vor]
  • Essstörungen: Bin-Eating, Bulimie, Night-Eating-Disoder
  • Medikamente: Betablocker, Antidepressiva, Neuroleptika, Antidiabetika
  • Endokrine: Hypothyreose, Cushing-Syndrom
  • Anderer Ursachen: Immobilisierung, SSW, Nikotinverzicht

Untersuchung

  • Bia, Kfa, BMI, Taillenumfang, RR, Gewicht+Körpergröße
  • Klinische Untersuchung à Differenzialdiagnose, EEG, EKG, Sono, Röntgen, Hormonelle: Leptin, Ghrelin, Adiponektin….etc.
  • Nüchtern BZ
  • Gesamt Chol, Tgl
  • Harnsäure
  • Kreatinin, evt. Elektrolyte

Ernährungstherapie

In 2 Phasen gegliedert:

  • Gewichtsreduktion und
  • Erhaltung langfristiger Ernährungsumstellung à mit ausgewogener Mischkost, d.h. fettmodifiziert, Polysaccharide und BS-reich…[Hypothese, d.h. konjunktive Annahme]

Ziele

  • Steigerung der Lebensqualität
  • Gewichtserhaltung nach Reduktion
  • Verminderung der Staatlichen- und Krankenkassenkosten
  • Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
  • Dezimierung der Triggerfaktoren
    • BMI – Reduktion in %
    • 25 – 32 – 5%
    • >35 – >40 – 10%
    • Ab 40 – 20%
  • Ziele für Kinder: Förderung einer Normalen Entwicklung

Basisprogramm

Adipositas Gesellschaft, Link

  • Ziel ist eine Negative Energiebilanz zu erreichen
    • Weniger Energiezufuhr
    • Mehr Energieverbrauch
    • Gesundes Verhalten stärken [Verhaltenstherapie]
  • Einstieg
    • Ist auf jeder Stufe möglich
    • Erfolgt nach Abschätzung des individuellen Risikoprofils
    • sowie Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten
  • Gesamtes Umfeld muss mit einbezogen werden
  • Patient muss über die Prinzipien gut informiert sein

Stufe 1

  • Energiedefizit sollte von ca. 500 kcal/ d erreicht werden.
  • Reduktion des ermittelten Übeltäters [Zucker, Kohlehydrate-Weißbrot, Mehle, Fastfood, Junkfood] Fett als Übeltäter ist unbewiesen!!!

Stufe 2

  • Mischkost à Defizit von 500 – 800 kcal/d
  • Reduktion von K und evt. Fett
  • Erhöhung der Aufnahme pflanzlicher Produkte

Stufe 3

  • Mit Formula Produkten
    • 1 – 2 Haupt-MZ mit Getränken, Riegeln etc. ersetzt
    • Energiezufuhr 1.200 – 1.600 kcal/d
    • Durchschnittlicher Gewichtsverlust von 6,5 kg / 3 Monate

Stufe 4

  • Formuladiät
    • >30 kg/m2 Reduzierung von 800 – 1200 kcal/ d à Kurzfristiger Gewichtsverlust i.F.v. ca. 0,5 – 2 kg/ Woche.
    • Dauer max. 12 Wochen à danach hypokalorisch

Bewegung

  • 5 Stunden Sport die Woche
  • Selbstkontrolle etc….

8 goldenen Regen für die Beratung von Adipositas Patienten

  1. Stellen sie offene Fragen: wie zb.: „wie fühlen sie sich“…..etc.
  2. Bitten sie um Erlaubnis die Adipositas anzusprechen
  3. Bringen sie die Änderungsbereitschaft des Pat. in Erfahrung „wie bereit sind sie denn, Ihr Gewicht zu ändern „
  4. Verstärken sie die Änderungsbereitschaft
  5. Vermitteln sie Informationen zu Adipositas
  6. Teilen sie ihrem Pat. ihre Bedenken mit
  7. Unterstützern Sie Veränderungen des Gesundheit Verhaltes
  8. Motiven des Pat. sein Gew. stabilisieren bzw. reduzieren
  • Angewandte Kostform ist die Reduktionskost!

Fragen wie sie in der Prüfung zum DA kommen könnten

  1. Definieren sie Adipositas
    • Ist die Vermehrung und Verteilung der Körperfettes über das Normalmaß
  2. Geben Sie die WHO Klassifikation an
    • Ist seit 2000 als chronische Krankheit beschrieben, jedoch nicht in Deutschland anerkannt
    • 20,9 – 24,9 Normal
    • 24,9 – 30,9 übergewichtig
    • 30,9 – 34,9 Grad 1
    • 34,9 – 40,9 Grad 2
  3. Geben Sie das Hauptsymptom und drei weitere typische Symptome an
    • Überproportionale Vermehrung und Verteilung des Fettgewebes
    • Atemnot und Bewegungseinschränkungen
    • Gelenkbeschwerden
  4. Mit welchen LM können sich Adipöse sattessen? – Nennen sie zwei LM-Gruppen und begrünen Sie ihre Entscheidung
    • Gemüse und Vollkorn; Eiweißhaltig: Vollkorn und Gemüse bzw. deren Ballaststoffe sorgen für ein Quellvermögen, füllen ergo den Magen und lassen den BZ langsam ansteigen. Eiweiß enthalten wenig kcal, sättigen jedoch schnell. 
  5. Erläutern sie 5 typische küchentechnische Hinweise [10P] zzgl. 5 typische Prinzipien [10P]
    • Fettreduziert: Verwenden Sie magere Fleisch und Wurstsorten, entfernen Sie das sichtbare Fett von Fleisch und Wurst mit einem Messer. Entfetten Sie Brühen mit Hilfe einen Kännchens oder lassen sie diese Erkalten und schöpfen es mit Hilfe eines Löffels ab.
    • Keine Fertigprodukte: Meiden Sie Fast- und Junkfood, Fertigprodukte. Diese enthalten eine Fette und Kohlenhydrate in einer ungünstigen Kombination. Sie machen nur kurzzeitig satt und führen schnell wieder zu Heißhunger. Stattdessen lieber als Zwischenmahlzeit Eiweißrigel!
    • Ballaststoffreich: Essen Sie reichlich Gemüse und Vollkornprodukte, sowie Hülsenfrüchte. Diese machen bedingt durch Ihren Ballaststoffgehalt satt und lassen ihren Blutzucker nur langsam ansteigen. Damit verhindert man lästige Heißhungerattacken.
    • Kohlenhydratmodifiziert: Meiden Sie einfache Kohlenhydrate, wie Weizenmehlprodukte, stattdessen greifen Sie lieber zu Vollkornprodukten.
    • Flüssigkeitsmodifiziert: Meiden Sie Softdrinks, bzw. generell gesüßte Getränke, stattdessen ungesüßte Tees, einfaches Wasser
    • Wählen Sie eine Eiweißhaltige Speise zum Abend. Damit verhindern Sie Hunger in der Nacht
    • Zuckerreduziert: Um Energie zu sparen, kann man den Zucker bei Gebäcken um eine Portion reduzieren

Quellen: