Therapie bei Wohlstandserkrankungen. Indikationsgebiete: Adipositas, Diabetes Typ 2, Hypertonie, HLP -Dyslipoproteinämie, Urikopathie oder Arthritis urica, Hyperurikämie, Steatohepatitis, Nephrolithiasis.

Therapie

Die Grundlage ist ein Gewichtsmanagement in Form eines Basisprogramms

  • Ernährung, Bewegung, Verhaltenstherapie. Unterteilt in 2 Phasen
    1. Phase => Gewichtsreduktion
    2. Phase => Gewichtserhaltung mit langfristiger Ernährungsumstellung und ausgewogener Mischkost

Ziele der Therapie

  • Verminderung der Arbeitsunfähigkeit und Frühberatung
  • Steigerung der Lebensqualität und Erwartung
  • Verbesserung des Gesundheitsverhalten, d.h. Ernährung und Bewegung [Sport]
  • Stärkung der Selbstmanagementfähigkeit und Stressverarbeitung

Reduktionskost

  • Trotz Energiereduktion vollwertig und sättigend
  • gesundheitsfördernd
  • Körperliche und Geistige Leistungsfähigkeit erhalten
  • Freude am Essen haben
  • Die Lebensmittel müssen bezahlbar, abwechslungsreich und schmackhaft sein
  • zu jeder Saison machbar
  • ausreichend Flüssigkeit beinhalten
  • Individuelle Vorlieben und Aversionen berücksichtigen
  • keine Verbote erteilen!
  • Bewegung mit einbeziehen
  • keine unrealistischen versprechen/ Ziele beihalten

Dauer dieser Kostform

  • Als Dauerkostform bei Diabetes Typ 2
  • ansonsten bis zur Ausheilung bei Adipositas und Steatohepatis[tis]
  • BEACHTE: sofortige Aussetzten wenn eine Instabilität oder eine negative Veränderung der Stoffwechsellage auftritt!
  • evt. Kombinationen mit anderen Kostformen, zb.: Basiskosten 1 und 2 bei schweren Infekten oder Akuten gastrointestinalen Erkrankungen

Prinzipien

  • Energie reduziert:
  • Fett modifiziert:
    • Gesättigte FS: 7 – 10%
    • mehrfach-ungesättigte FS: 7 – 10%
    • einfach-ungesättigte FS: 10 – 15%
  • Kohlehydrat modifiziert:
    • leicht verdauliche Kohlehydrate meiden
    • langkettige Kohlehydrate erhöhen
    • Ballaststoffe min. 30g/d
    • relativ Eiweißreich essen 0,8g – max. 1,0g/ kg/ KG
  • Vollwertig:
    • da es für die meisten eine Kost von Dauer ist
    • reichlich Flüssigkeit
    • abwechslungsreich in Farbe, Aussehen und Konsistenz essen

MERKE:

  • Purine < 200mg/d
  • Cholesterol < 300mg/dl
  • Na 2g/d bzw. Salz 5 – 6g/d
  • Kalium > 2000mg/d
  • am besten kein Alkohol und keine Nikotin
  • viel Bewegung und nach Möglichkeiten Sport

Gartentechniken

Geeignete Ungeeignete
Dünsten, Dämpfen, Garziehen, Kochen
Braten, Grillen, Schmoren mit wenig Fett und vielen RöstproduktenBraten und Schmoren mit viel Fett
Backen in Trockener HitzeFrittieren
Antihaft Pfanne, Bratschlauch, Römertopf, Alufolie, Kombiedämpfer

Nährstoffrelationen

  • Den Energiebedarf individuell berechnen
  • Wichtig: immer 500 – 800 kcal unter seinem Bedarf bleiben
EiweißFettKohlehydrateEnergie
15 – 20% bis max. 25%30 – 35% 40 – 55% aus überwiegend Komplexen1200 kcal/ d

Vitamine und Mineralstoffe

  • D-A-CH- Referenzen beachten und bitte darauf achten, dass diese sich ständig ändern!
  • auf Ca, Fe, Jod, Vit. C, D, E und das Folat achten

Küchentechnische Hinweise -KKT

  • nur kleine Portionen frischer Lebensmittel , Ausgabemenge 300 – 600g Fleisch pro Woche möglich, bedingt Wurst bei max. 100g / Portion
  • Öfters Pflanzenbasiert essen
  • magere Wurstsorten bevorzugen, zb. Kochschinken, geräucherte Schinken ohne Fettrand, Aspikwurst [je mehr Muskelfleisch vorhanden ist, umso magerer ist es].
  • Sichtbares Fett und Haut entfernen
  • nichts paniertes, mehliertes, frittiertes. Durch die Panaden oder duch das im Mehl wälzen wird das Fett aufgesaugt und die Speisen werden energiereicher.
  • Brühen, Soßen, Suppen mittel eines Fettkänchens entfetten oder nach erkalten das Fett mit einer Kelle abschöpfen
  • Hochwertiges Öl für die Zubereitungen verwenden
  • Das Öl in die Pfanne mit einem Pinsel auftragen
  • Grillen und Braten sind günstiger, da keines oder nur sehr wenig Fett benötigt wird um Röstprodukte, die salz sparen, entstehen zu lassen.
  • nur so wenig Öl/ Fett verwenden wie wirklich nötig ist! Zb. bei Rohkostsalaten und Salaten max. einen halben Teelöffel pro 250g Salat
  • Für Dressings Joghurt – Buttermilch oder Essig – Öl statt Mayonnaise
  • Öl statt Margarine
  • Streichfettalternativen: sind Gemüseaufstriche, Meerrettich, Senf, Tomatenmark, Magerquark
  • Hackmassen mit Magerquark und Haferflocken anrühren, statt dem Ei
  • Keine Mehschwitzen ansetzten, dafür lieber püriertes Gemüse oder kalt angerührtes Mehl Typ 550 [Vollkorn] verwenden.
  • berechnungsfreie Bindemittel wie „Biobin“ oder „Nestargel

Nestargel

Biobin

  • keine Fertigsoßenbinder verwenden, denn es wird immer eine größere Menge Soßenbinder erforderlich sein und diese bring viel Energie in Form von Kcal und Zusatzstoffen mit sich.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie: Vollkornprodukte [Reis, Nudeln, Mehl]; Gebäck mit Vollkorn, bzw. einem Vollkornanteil
  • Lebensmittel oder Zubereitung mit viel hellem Mehl oder Zucker meiden [Kuchen, Süßwaren, Soßen] stattdessen reichlich Rohkosten einsetzten, am besten als vorspeise zum Mittag und Abendbrod. Rohkosten enthalte wenig Energie, sie füllen den Magen und machen schneller satt.
  • für die schnellere Sättigung am besten nur grob zerschneiden, sodass man länger Kauen muss.
  • größere Portionen an Gemüse, Kartoffeln als Sättigungsbeilage helfen schnell und langanhaltend zu sättigen und das bei weniger Energie
  • Süßstoffe und Stevia statt Zucker verwenden, auch bei Zubereitungen wie Marmeladen oder Konfitüren
  • Zwei mal die Woche sollte unbedingt Fisch, für eine gutes Fettsäurenprofiel [Omega 3] auf den Tisch kommen.

Küchentechnische Backhinweise

  • 1/3 der gewohnten Mehlmenge durch Vollkornmehl ersetzten
  • bei pikanten Gebäcken kann die komplette Mehlmenge durch Vollkorn ersetzt werden [mehr Ballaststoffe sättigen schneller und länger, lassen den Blutzucker langsamer steigen] –mehr Ballaststoffe bedeutet mehr Flüssigkeit zu sich nehmen!
  • Backpulver machen das Gebäck schwerer, was ebenfalls positiv zur Sättigung beiträgt
  • möglichst bitte Öl verwenden, denn dadurch sind dann nur ca 80% der gewohnten Fettmenge notwendig. Darüberhinaus mach Öl das Gebäck viel saftiger und steuert zu einer günstigeren Fettsäurenzusammensetzung bei.
  • Wenn möglich Milch, Butter oder Joghurt im Rezept durch Mineralwasser ersetzten, der Teig wird dadurch lockerer und es wird Energie in Form von Kcal. gespart.
  • Backformen möglich nicht mit Öl oder Fett einfetten, stattdessen lieber Silikonformen oder Backpapier verwenden
  • Nüssen in kleinen Mengen, als Ersatz für Streusel verwenden
  • Zucker reduzieren und bei bedarf Süßstoff oder Stevia verwenden um die Fehlende Süße auszugleichen
  • Bitte kein Aspartam verwenden, denn diese ist nicht hitzestabil. Zuckeraustauschstoffe wie Fructose bräunen sehr schnell, das bedeutet das man hier die Backtemperatur runterregeln muss und stattdessen eine Längere Backzeit in kauf nehmen muss
  • Trockenfrüchte und Alkohol, wenn möglich meiden.

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